Menschenrechte – Leserbrief zum Artikel “Flucht vor der Regierung”

Dank der freundlichen Genehmigung von Hr. Alsbach veröffentliche ich seinen Leserbrief auch auf meiner Stenorkunstseite unter meiner Kategorie – Menschenrechte. Selten habe ich einen so klar formulierten Brief lesen dürfen, der in seiner Präzision nicht zu übertreffen ist. Hr. Alsbach ist ein sehr aufrichtiger Mensch und ein echter Freigeist, das muss man einfach feststellen, wenn man seine Zeilen liest. Danke für die klaren Worte.

Leserbrief zum Artikel “Flucht vor der Regierung”

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe sehr, dass Sie viele Leserbriefe zum Artikel: „Flucht vor der Regierung“ erhalten werden. Dies wäre notwendig, um endlich eine Diskussion in Gang zu setzen, die schon vor vielen Jahren hätte erfolgen müssen.

Seit vielen Jahren beteiligen sich viele Medien und auch leider immer wieder Kirchenvertreter an der Hatz an Falun Gong, ohne jedoch die genauen Hintergründe zu wissen. Falun Gong wird als Sekte diffamiert. Diffamiert deshalb, weil Falun Gong nicht die bekannten Kriterien einer Sekte erfüllt. Es gibt weder eine physische noch eine psychische Abhängigkeit. Jeder kann mitmachen und jeder entscheidet, wie intensiv er mitmacht. Falun Gong ist ein Kultivierungsweg, der die Menschen – aus meiner Sicht und einfach gesagt – zu besseren Menschen machen soll und es auch macht. Denn diese Praktizierenden leben zumeist den christlichen Glauben mehr als die meisten Christen. So wie Christen versuchen auch die Praktizierenden über Meditation und Bewegungen eine Reinheit für Körper und Geist zu erlangen. Nichts anderes machen Christen in einer Kirche auch, indem sie beten und vor dem Kreuz niederknien. Falun Gong lebt keinen Meisterkult, sondern sie wollen sich kultivieren, der Gründer wurde als Meister bezeichnet, da es eben nur einen Gott gibt. Und das respektiert Falun Gong. Betrachtet man die Lehren und Ziele von Falun Gong und die der Kirche, kann man sehr gut die Parallelen erkennen.

Wer behauptet, dass Falun Gong politische Motive habe, hat die Lage in China absolut nicht verstanden. Im Jahre 1992 mit der Gründung von Falun Gong wurde diese neue Glaubensrichtung – das ist meine persönliche Definition – sogar von der KPC gefördert. Als aber die Staatsführung gemerkt hatte, dass sich die Praktizierenden nicht zum Werkzeug machen lassen, eben weil sie durch Falun Gong mit sich ins Reine kommen, weil sie zufrieden und glücklich wurden, wurden sie zur Sekte erklärt. Das bedeutet, dass man Falun Gong kriminalisiert hat. Fortan wurden die Anhänger verfolgt, eingesperrt und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Hier in Deutschland würde man Tiere nicht so schlecht behandeln, wie man es in China mit Falun Gong-Praktizierenden macht. Zur Verfolgung von Falun Gong wurde das Büro 610 gegründet, einzig mit der Aufgabe, die Praktiziereden zu jagen, zu enteignen, zu inhaftieren und zu foltern. Folter an Falun Gong-Praktizierenden wird in China kaum bestraft. Das Gegenteil ist eher der Fall. Das Büro 610 ist mit der Gestapo gleichzusetzen.

Dass China und die Verantwortlichen alles daran setzen, Falun Gong im In-und Ausland zu diffamieren, liegt auf der Hand, denn bereits jetzt hat China auf mehr als 60-70 Millionen Chinesen den Einfluss verloren. Viele Hunderttausende sind aus der kommunistischen Partei ausgetreten, weil sie erkannt haben, dass Gräueltaten in den Gefängnissen durchgeführt werden. Gräueltaten, die mindestens genauso schrecklich sind wie die Taten an den Juden. In China werden Falun Gong-Praktizierende auf Halde gelegt, bis man einen Kunden gefunden hat, der die Organe kaufen möchte. Beweise gibt es genug. Wenn China behauptet, dass Falun Gong die Gesellschaft gefährde, ist die Aussage dahingehend richtig, dass immer mehr Menschen erkennen, und zwar weltweit, was für ein Schurkenstaat dieses China in Wirklichkeit ist. Gerne würde ich mich sehr intensiv mit Ihnen über China und die dort herrschende menschenverachtende Situation austauschen.

Um den Verdacht zu zerstreuen: Nein, ich bin kein Falun Gong-Praktizierender, sondern nur ein Menschenrechtler, dem es egal ist, welchen Glauben Menschen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Alsbach
Publizist

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