Geschichten (eine Skizze) und welche, die es werden wollen – “Aufschlag in der Realität”

Sanft legte sich die Abenddämmerung über die Lichter der Großstadt, die fern am Horizont, so plastisch und unwirklich erschien, wie man es nur aus alten Filmen noch kennt. An der Stelle, wo er gerade stand, war es ruhig und eine safte Brise lies die Graslandschaft vor seinen Augen tänzeln, was seinen Blick in die Ferne schweifen ließ, um vergangener Tage zu erinnern. Als plötzlich sein Telefon klingelte und die Stimme am anderen Ende der Leitung laut krächzend mitteilte, dass er doch sofort in die Kanzlei kommen möge, ein neuer Mandant sei angekommen, der nach ihm verlangte und zwar nur nach ihm. So sanft wie er gekommen war, so schnell und abrupt war er auch wieder beendet, sein Müßiggang und schlagartig wurde er wieder auf den harten Boden der Realität geschmettert.

Sofort kam sein Gedankenkarussell in Fahrt. Wer mag das wohl sein? Ein neuer Mandant? Ich hatte schon seit Jahren niemanden mehr, dessen Fall ich hätte übernehmen wollen, nicht dass wir uns falsch verstehen, finanziell habe ich es wirklich nicht mehr nötig und ich habe die Freiheit mir das herauszusuchen, was mir zusagt, aber jetzt, ein neuer Mandant, im Büro und das ohne vorherige Kontaktaufnahme? Er sagte zu Fr. Smith, dass er in einer Viertelstunde im Büro sei, er möge sich noch etwas gedulden. Schlagartig befand er sich wieder in der harten Realität, wo er sich doch gerade so schön der vergangenen Tage erinnerte.

Stenor / 15

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