Stenor’s Kolumne – “Der Til(l), macht was er will!”

Ausgehend von einem Artikel beim Handelsblatt (siehe Link), habe ich das als Anlass aufgegriffen, um etwas für Stenor’s Kolumne zu schreiben.

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/verbale-attacke-bei-facebook-til-schweiger-attackiert-spiegel-online-und-twitterer-ich-scheiss-auf-euch/12167738.html?social=facebook

Es ist im Moment interessant medial zu verfolgen, was geschieht, wenn man sich so zeigt, wie es Til Schweiger gerade in der Öffentlichkeit tut. Gut, ein Promi ist kein Heiliger und bei diesem sehr emotionalen Thema sollte uns auch allen klar sein, dass dabei die Gemüter doch recht schnell überhitzt sind.

Wir alle hören doch lieber schmeichelnde Worte und ziehen Lob und Anerkennung der Ablehnung und der Kritik vor. Aber, bei aller Liebe, die wahre Größe eines Menschen erkennen wir doch eigentlich daran, wie er, der Mensch, mit Kritik umgeht. Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, der muss mit Gegenwind rechnen und damit umgehen können, so hart das auch klingen mag, das ist nun mal so. Es gibt auch Menschen, die meine Kunst nicht mögen und Kritik äußern, das ist auch in Ordnung und damit muss ich umgehen können – auf Deutsch, ich muss Kritik vertragen können. Die Frage ist nur, wie gehe ich mit Kritik und ggf. mit Ablehnung um. Ich glaube, dass dies innere Stärke erfordert. Das man eben nicht verbal zurückschlägt, wenn man verbal geschlagen wird.

Aber Kritik ist gleichzeitig auch immer eine Chance für uns. Eine Chance uns selbst zu hinterfragen. Zu fragen, wie und wo wir gerade stehen und sie, die Kritik, gibt uns die Möglichkeit zum Korrigieren.
Die Reaktion auf die Aktion – man kann schon zwischenzeitlich von Aktionen sprechen – von Til Schweiger könnten ihn ja zum Nachdenken anregen und ich glaube, er denkt auch darüber nach, warum das so ist und wie es sich weiterentwickelt, denn ich glaube auch, dass er sich das, was er sich im Moment leistet, nur eine bestimmt Zeit lang leisten kann. Denn wenn sich seine Fans aufgrund seiner Worte und Taten sich von ihm abwenden, kann er relativ schnell wieder zu einem “normalen Menschen” werden und der Promistatus ist dahin. Also, die Frage, die sich mir wirklich im Moment stellt, und das ist im Fall Til Schweiger interessant zu verfolgen: “Wann ist die kritische Masse erreicht, wo er sich das einfach nicht mehr leisten kann?” Wann dieser Fall und ob dieser Fall jemals eintritt, das weiß ich nicht zu beurteilen, nur ein anderer aktueller Fall zum Thema Landesverrat (Netzpolitik.org) zeigt, dass das Netz und die Menschen dahinter mächtig sind und Markus Beckedahl hat es recht zutreffend ausgedrückt. Er sagte: “Legt Euch nicht mit dem Internet an.“

(Gut, der Satz im Zusammenhang lautetet: “Bloggen lohnt sich. Legt Euch nicht mit dem Internet an.”). Aber ich glaube, das ist das Spannende an diesem Thema, denn durch sein Verhalten erntet Til im Moment heftigen Gegenwind aus dem Netz. Ich möchte es nicht bewerten, darüber muss jeder für sich selbst mal nachdenken.
Aber mir scheint, dass das Netz auch Macht hat zu disziplinieren und wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt.

Medial gibt es da im Moment ein paar Schauplätze, die es lohnt unter Beobachtung zu halten.

Euer Stenor

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