Text – Menschen sind visuell

Visuell stammt vom lateinischen Verb videre (= sehen) ab. Ja sind denn Menschen wirklich visuell, nur visuell, etwas visuell oder gar nicht visuell?

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr, wo ich diese Aussage aufgeschnappt habe, aber als ich sie wahrnahm, da wusste ich sofort, dass ich darüber mal etwas schreiben werde. Wie so oft bei meinen Texten, als auch bei meiner Lyrik, ich weiß während des Schreibens nie so genau, wo die Reise hinführen wird, denn die Gedanken kommen beim Schreiben und entwickeln sich dann auf dem Papier – ähm, nicht Papier, da ich ja online schreibe; aber gut, auf dem… ja auf was denn eigentlich? Eigentlich sind es ja nur 0/1, die in Form von Bits und Bytes auf einem Webserver landen, ähm, nein, nicht auf dem Webserver, in einer Datenbank und dort wieder in einer Spalte von einer Tabelle, die dann vom Typ Varchar ist und dort landen dann die Bits und Bytes… ähm, so ungefähr, da die Datenbank ja eigentlich auch wieder nur Files sind, die wiederum auf einem Filesystem liegen, so landen dann, so gesehen, die Bits und Bytes auf einem Serverspeicherplatz, dort, wo die Datenbank ihre Datenbankfiles abgelegt hat, die wiederum die Tabelle beinhaltet, welche die Spalte beinhaltet, die dann den Text, den ihr gerade lest, beherbergt. Wie es jetzt dargestellt wird, das lass ich mal weg, ist auch egal, ihr lest es ja und zwar nehmt ihr es visuell war und zwar strikt visuell.

Was könnte denn damit gemeint sein, dass der Mensch visuell ist? Gehen wir nur nach dem Aussehen? Greifen wir mal das Thema Mann und Frau auf. Wenn wir jemanden kennen lernen, so ist es ja unvermeidbar, dass der erste Eindruck von visueller Natur ist, aber bleibt das dann auch auf der visuellen Ebene stehen? Ich glaube nicht, denn spätestens nach der ersten Begegnung beginnt man miteinander zu kommunizieren, ihr werdet sicher lachen, aber viel an Kommunikation läuft nicht auf der sprachlichen Ebene ab, da geschehen viele Dinge, aber eher unbewusst, weit ab von der Sprache. Es gibt ja auch den Spruch, dass man jemanden gut riechen oder nicht gut riechen kann, darüber könnte ich jetzt einen ganzen Roman schreiben, es sei nur das Stichwort Pheromone genannte und das hat überhaupt nichts mit der Visualität zu tun. Also das Visuelle ist sicher der Einstieg für die weiteren Schritte, wobei da bin ich mir auch nicht so sicher, denn es gibt ja auch noch den Punkt Schicksal, gut, das ist wieder etwas aus dem nicht sichtbaren – nicht visuellen – Bereich und manche würden sagen das sei Glaube. Das stimmt, aber eigentlich ist ja so gesehen alles, was nicht visuell ist, Glaube, oder? Gewagte These, ich weiß, darüber muss ich nochmal nachdenken, lassen wir es mal zum Nachdenken einfach so stehen…

Irgendwie haben wir jetzt ja schon gesehen, dass der Mensch ganz sicher nicht – nur – visuell ist. Sicher ist er zu einem gewissen Teil visuell, manche mehr, manche weniger, aber nicht nur, denn bei Mann und Frau geschieht sehr viel im nicht sichtbaren Bereich. Aber wie schaut es in anderen Bereichen aus? Autokauf, Schuhkauf, was auch immer, auch dort ist nicht nur das Visuelle für die Kaufentscheidung mit dem Kauf einhergehend, es zählen sicher auch noch Aspekte, wie finanzielle Lage, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und so weiter und so weiter…

Also, ich glaube, dass der Mensch nicht nur visuell ist, zu einem gewissen Teil ja, aber es gibt noch viele andere Faktoren, die ebenfalls wirken. Vielleicht denk ich mal darüber nach, was noch alles so wirkt. Erziehung, Umgebung, Freunde, Familie…

Stenor aus Cranach hat mal wieder laut gedacht…

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