Text – Der Cafehausschreiber – ein paar Gedanken zu beschränkt?

Manche Geschichten schreibt das Leben und manchmal schreibt auch das Leben die Geschichten. Heute jedoch schreibe ich eine Geschichte – es wäre mehr als vermessen, wenn ich jetzt sagen oder gar behaupten würde, dass ich die Geschichte schreiben würde. Nein, das tue ich natürlich nicht, ich schreibe eine, eine kleine Freitagnachmittasgcafehausgeschichte. Ähm, halt, Geschichte? Vielleicht ist es dann doch eher so etwas wie ein Livebericht oder eine Erzählung, aber egal, völlig egal unter welchen Name wir diesen Text laufen lassen, er wird verfasst, er wird im Cafe, nicht in irgendeinem Cafe, in meinem Lieblingscafe, in Kronach, in meiner Heimat verfasst. Bei guter, ruhiger, alter Musik, unter den Menschen, die ich mag, die meine Sprache sprechen, die mich verstehen und dort, wo ich auch persönlich bekannt bin. Hier fühle ich mich wohl, hier ist Heimat. Jedoch bin ich heute ausnahmsweise terminiert, ich bin begrenzt, nicht durch das Leben, nicht durch unliebsame Dinge, ich bin begrenzt durch den Akkustand meines, ja ihr wisst, MacBookAir’s. Es muss nicht unbedingt erwäht werden, nicht jedesmal, nicht bei jeder Cafehausgeschichte, aber, ich nenne gerne die Dinge, die mich unterstützen und helfen, beim Namen, denn eigentlich bin ich es nie alleine, der die Dinge zu Stande bringt, es ist immer irgendwie jemand daran beteiligt. Manchmal Menschen, häufig kleine Helferlein, wie zum Beispiel dieser Laptop, den ich namentlich benannt habe.
Begrenzt zu sein, terminiert zu sein, muss nicht immer unbedingt und zwangsläufig etwas Schlechtes sein, es kann uns auch beflügeln, es kann uns antreiben zu Höchstleistungen, es kann uns unterstützen und helfen Dinge zu vollbringen, die wir ohne diese Begrenzung nicht oder nur schwer erreicht hätten.

Begrenzt, aber dennoch frei, an diesem Freitagnachmittag den 13.11. in Kronach, im Cafe. Die Woche und der Klang der Woche ist so langsam an ausklingen und jetzt schlägt wieder der Rhythmus des Wochenendes, jetzt klingt wieder ein andere Takt. Bei mir ist es der Takt von Kunst und von Menschenrechte. Denn für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Verbesserung der Lage in China setze ich mich schon seit Jahren ein und morgen ab 11 Uhr bin ich dann auch wieder in Nürberg vor der Lorenzkirche, um auf die Verfolgung von Falun Dafa in China aufmerksam zu machen. Ich bin eigentlich kein Weltverbesserer, eigentlich bin ich ein grosser Realist und Romantiker (den Teil mit Romantiker behaupten viele, ich bin noch am Überlegen, ob das auch zutrifft. Kann das im Moment aber noch nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren), aber gerade bei diesem Thema (Menschenrechte) bin ich aus der Tiefe meines Herzes ein andere Mensch, hier bin ich ein Weltverbesserer, hier bin ich aktiv, hier setze ich mich dafür ein und ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Irrsinn bald ein Ende finden wird. Irrsinn, ja davon gibt es, leider, doch schon eine ganze Menge von auf Gottes Erden und es bedarf an Menschen, die sich einsetzen, die ihre Standpunkte vertreten, die ihrem Gewissen und ihrer Moral folgen und nicht finanziellen Aspekten. Denn die Verfolgung in China hat sehr viel mit Finanzen zu tun, da fließt irre viel Geld in das Land, aber so, wie es häufig der Fall ist, irgendjemand ist immer der Leidtragende und das sind die Menschen, die gewinnbringend für ihre Organe ausgeschlachtet werden und genau diese seit 1999 andauernde Verfolgung in China ist es, die mich aktiv macht und ich werde so lange aktiv sein, solange diese Verfolgung andauert, denn Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit mag ich überhaupt nicht. Menschenrechte müssen eingehalten werden, ohne Ausnahme…
Das sind meine beiden Themen an diesem Wochenende, ein anderer Klang als der normale Wochenklang, eine andere Welt, aber immernoch ich. Es ist ein Teil von mir und wer mich kennt, der weiss, dass mir Moral und Tugenden wichtig sind.
Ich sitze hier im Cafe, muss mich strak konzentrieren, denn wir haben jetzt wieder die Zeit, wo die Menschen gern ins Cafe gehen, wo es draussen früh dunkel und ungemütlich wird, das ist gut für die Cafebetreiber, das ist gut für die Menschen, wenn sie zusammenrücken, wenn sie interagieren, wenn sie ihre sozialen Kontakte im real Live pflegen, aber es ist eine Herausforderung für mich, eine Herausforderung die Sätze niederzuschreiben, denn im Normalfall brauche ich Ruhe, um mich konzentrieren zu können und um schreiben zu können, aber die Idee des Cafehausschreiber’s, die kam ja von mir selbst und somit bin ich gerade dabei das umzusetzen, was ich angekündigt habe. Wer A sagt, der muss auch B sagen. Viele mögen hier wiedersprechen, aber ich sehe es nun einmal so. Pflichterfüllung, das war schon immer ein Thema, auch in meiner Erziehung, dort gab es einige Punkte, die ich als Kind und Jugendlicher überhaupt nicht mochte und verstand, aber mit der Zeit und mit dem Alter verstehe ich immer mehr. Eltern meinen es ja eigentlich immer gut mit ihren Kindern, aber, wenn man selbst betroffen ist oder noch jung ist, versteht man dies nicht und man fühlt sich eingeschränkt, terminiert, beschränkt…

Beschränkt und dennoch frei, kein Widerspruch an diesem Novemberfreitagnachmittag, mitten in Deutschland, mitten in meiner Heimat und siehe da, es ist Ruhe eingekehrt um mir herum, die Stimmen, die Klänge sind ruhiger geworden, der Text ist verfasst, was gesagt und geschrieben werden musst ist raus, jetzt bin ich frei, wirklich frei, der Akku hielt gut durch, frei und unbeschränkt, so enden diese Zeilen.

Euch allen ein freies, unbeschränktes Dasein, nutze die Zeit. Schreibt, was geschrieben werden muss, sagt, was gesagt werden muss, malt, was gemalt werden muss…

Stenor aus Cranach

  One Reply to “Text – Der Cafehausschreiber – ein paar Gedanken zu beschränkt?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »