Text – Der Cafehausschreiber – Stürmische Zeiten

Stürmische Zeiten, so wie sie derzeit draussen vor dem Cafe herrschen, so erleben wir doch im Laufe eines Lebens auch viele Zeiten, in denen der Wind, in denen die Gangart, in denen die Mitmenschlichkeit und die Herzlichkeit nicht so gelebt werden, wie man es sich doch eigentlich gerne im Herzen wünschen würde. Harmonie ist das geflügelte Wort und wenn man sie einmal erlebt hat, wenn man weiss, wie sich Harmonie im Leben manifestieren kann, dann trauert man jede Minute, jede Sekunde den Zeiten nach, wenn sie sich in weiter ferne befindet. Ok, vielleicht ist das jetzt von mir etwas zu romantisch ausgedrückt und umschrieben worden, denn so dramatisch wird es dann wohl doch irgendwie nicht sein. Eigentlich ist es eher der Normalfall, dass die aufbrausende See des Lebens die Harmonie verdrängt und die ruhige harmonische Wasseroberfläche etwas durcheinanderwirbelt und wenn man sich dann in diesen etwas stürmischeren Zeiten befindet, dann ist man in der Regel mit anderen Dingen des Lebens beschäftigt und man denkt nicht über die Harmonie und über die Zeiten nach, als sie noch da war. Aber so ist das nun einmal beim Schreiben. Man hat dir Freiheit, die Freiheit die Dinge zu umschreiben, romantisch, träumerisch vielleicht sogar poetisch zu umschreiben und auszudrücken. Aber woran liegt das denn eigentlich, dass nicht jeder Tag harmonisch, friedlich und ruhig verläuft?

Da mögen sich ja wieder einmal die Geister scheiden, für mich ist der Fall jedoch klar, warum dem so ist. Ich lerne, man könnte fast schon sagen ich studiere, bereits seit mehreren Jahren relativ intensiv die Chinesichen Schriften von Li Hongzhi, dem Begründer von Falun Dafa, das ist eine Qigongschule aus China und sie beinhalten sehr viele Elemente vom Taoismus und sehr viele Elemente vom Buddhismus und nach meinen Erkenntnissen aus den Schriften liegt das am sogenannten Karma, das man selbst im Laufe seiner Leben verursacht hat. Jetzt könnten sich schon die ‘normalen Westler’, falls es die überhaupt geben mag, möglicherweise an ‘im Laufe seiner Leben’ und an dem Wort ‘Karma’ gerieben haben, denn das sind vornehmlich und auch neuzeitlich gesehen Begriffe, die aus der östlichen Philosophiewelt stammen und im Westen nicht so geläufig sind; wobei sich auch hier sehr viel verändert hat, denn Qigong und Yoga haben schon vielerorts Einzug gehalten und viele praktizieren und üben diese Praktiken. Qigong ist übrigens der Chinesische Part und Yoga ist der Indische Part und das Ziel ist das Selbe, den Körper wieder in Harmonie zurückzuführen. Ah, da haben wir es wieder, Harmonie – zurück zu den möglichen Reibungspunkten. Das mit dem Punkt ‘mehrere Leben‘, also sprich das Thema mit der Reinkarnation, das hatte ich ja hier schon neulich im Blog mal beleuchtet. Sie war auch im Katholizismus lange Bestandteil des Glaubens, bis ins 6. Jahrhundert nach Christus, dann jedoch verschwand dieser Teil aus den Schriften (siehe Artikel im Blog). Der Punkt mit dem Karma beinhaltet übrigens noch einen sehr charmanten Aspekt und zwar den Punkt, dass man letztendlich für alles Unglück, alles Unwohlsein, alles Schlechte im Leben selbst verantwortlich ist und mit dem Durchleben des Unwohlseins, des Unglückes man selbst nichts anderes erlebt als seine alten Schulden zu begleichen. Nachdem ich selbst diese philosophischen Punkte schon, wie gesagt seit Jahren, erkannt, verinnerlicht habe und glaube, dass sie richtig sind, hat sich bei mir relativ viel verändert. Die größte Veränderung war, dass ich im Herzen, sprich im Kopf, in der Seele, das kann man nennen, wie man mag, ruhiger und friedlicher geworden bin, denn immer, wenn mir ein Unglück, ein schlechtes Wort eines Menschen begegnet, kann ich es gelassener betrachten und das Witzige daran ist, ich bin dabei auch wirklich harmonischer im Herzen, ich hege keinen Ärger und keinen Groll mehr anderen gegenüber – zumindest zu 90%, denn es gibt immer wieder Schritte, die man selbst verbessern kann, aber im Vergleich zu früher ist es kein Vergleich mehr, es ist harmonischer. Manche nennen das vielleicht Eigenverantwortung, wie auch immer, die Sichtweise, dass man alles Umglück selbst – vielleicht nicht in diesem Leben, vielleicht früher – verursacht hat, erzeugt, so komisch es vielleicht klingen mag, mehr Harmonie. Das wäre jetzt der Part mit der geistigen Haltung, zumindest ein Teil davon, der andere Teil sind die Qigongübungen, sie harmonisieren den Körper, sprich sie regulieren das Energiesystem Körper und wenn Harmonie im Körper und im Geist herrscht, wird man das als Mensch spüren, merken und schätzen, wenn man weiss, wie es sich anfühlt. Aber gut, ich schrieb ja von stürmischen Zeiten, stürmische Zeiten herrschen im Moment draussen vor dem Cafe, aber auch dieser Sturm wird irgendwann man wieder zu einem rauen Lüftchen, dann zu einen Wind und letztendlich zu Windstille, so wie im Leben auch. Vielleicht ist von hohen Ebenen aus gesehen der Sturm auf Erden nur ein kleines raues Lüftchen in einem der vielen Wassergläser im gigantischen Kosmos.

Stenor aus Cranach aus dem Cafe, heute mal der Sturm vor der Tür als Initiator dieser Zeilen. Ist echt irgendwie spannen am Ende des Textes zu sehen, wo die textuelle Reise hingeführt hat. Ich sag’s euch, wenn ich die Zeilen so heruntertippe, dann entsteht der manifestierte Gedanke erst in seiner finalen Textform, so richtig weiss ich da selbst immer nicht, welche Reiseroute ich abfahre auf der Prosaautobahn. Es ist für mich beim Schreiben mindestens genauso interessant die Zeilen zu lesen, wie für euch, wenn ihr sie lest. In diesem Sinne, ich kann euch nichts versprechen, nur, dass die poetische Reise auf der Prosaautobahn weitergehen wird.

Stenor aus Cranach

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