Novemberlyrik

Ich sehe, aber ich verstehe nicht –
Geschaut wird ganz innig, sehe ein sanftmütiges Gesicht.

In der selben Welt, wandeln, wie einsame Reiter in der Nacht –
Herbstlicher Schnee bedeckt die Pfade, in der wohlig warmen Kneipe wird gemeinsam gelacht.

Nach der freudigen Zusammenkunft zieht wieder jeder seiner eigenen Wege –
Das seelische Gewand, so sauber und rein, es bedarf einer täglichen Pflege.

Wer einen Schritt zu viel nach vorne schritt –
Geht gern wieder einen Schritt zurück, es ist ausgeglichen, es ist quitt.

Wie Ying und Yang, so auch die Wärme und die Kühle –
Wenn man gemütlich speisen will, so nimmt man Platz auf einen der Stühle.

So groß der Raum auch wirklich und wahrhaftig erscheinen mag –
Der Rhythmus ist überall gleich, nach der Nacht folgt immer der Tag.

Stenor aus Cranach

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