Text – Freiheit und Geist – Freigeist und die Freiheit im Geiste… Unfreiheit? Gedanken?… Stenor bei einem Cafe denkt laut

Natürlich nicht!

Heute fangen wir mal umgekehrt an. Wir liefern eine Antwort ohne dass wir die Frage kennen, sprich ohne sie benannt zu haben. Freiheit und Geist, das sind nicht gerade triviale Wörter. Nicht nur, aber auch, da sie häufig von philosophisch angehauchten Menschen sehr gerne aufgegriffen werden, um sie mit anderen “Sinnungsgenossen”, finde ich hier sehr zutreffend in diesem Kontext, passender als Gesinnungsgenossen, denn das sind sie wahrscheinlich nicht zwangläufig, zu erörtern. Wie häufig bereits geschehen und wahrscheinlich wird es auch in Zukunft noch viele Gedankenzirkel geben, die sich über die Sinnhaftigkeit und über das, was hinter diesen Wörtern steckt, Gedanken machen. Gedanken, sie hängen sehr eng mit dem Geist, mit unserem Geist, zusammen, die Verbindung zwischen ihnen ist fast schon implikativ, denn ohne Geist keine Gedanken und jeder kennt sie, die Gedanken, die einfach da sind. Die vielen stummen, inneren Selbstgespräche, die wir häufig innerhalb unseres eigenen Kopfes führen, ganz abgeschottet von der Außenwelt, alle beruhen auf Gedanken, die an ihr Dasein im Geiste gebunden sind.
Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, was eure Gedanken eigentlich sind und wo sie herkommen könnten? Schaut mal nach, wie gut ihr eure eigenen Gedanken im Griff habt, spricht, testet mal, wie gut sie euch folgen. Manche folgen, viele nicht; ich möchte jetzt mal behaupten, dass fast niemand Herr seiner Gedanken ist, denn es erfordert viel an Konzentration, um einigermaßen Ordnung im Kopf zu behalten, aber einen Ausknopf gibt es ‘leider’ dafür nicht. Ich könnte jetzt, da ich seit Jahren Qigong übe, damit beginnen und darüber referieren, wie man dann doch den Ausknopf so einigermaßen hin bekommt, was Gedanken sein könnten und so weiter, aber das ging vielleicht etwas zu weit; nur soviel, Qigong hat sehr viel mit Gedanken zu tun und ich habe dadurch auch verstanden, was Gedanken eigentlich sind und wie man Herr seiner Gedanken werden kann, aber es bedarf viel an Zeit und viel Übung, um es ruhiger im Kopf werden zu lassen und manche wollen das vielleicht sogar nicht mal erleben, sie finden es so gut, wie es ist, was auch in Ordnung ist. Aber Ruhe im Schädel zu bekommen, das ist alles andere als eine Hauruckaktion.

Gut, was war meine Frage? Meine Frage war: Sind Freiheit im Geiste und Freigeist als gleich anzusehen oder gibt es doch Unterschiede? Aus dem Bauch heraus gesprochen würde ich sofort sagen, dass es nicht das Selbe sein kann, denn die Wörter sind auch nicht gleich, sie sind zwar ähnlich, aber eben nicht gleich. Wer die Freiheit im Geiste besitzt, der muss nicht unbedingt ein Freigeist sein und ein sogenannter Freigeist ist vielleicht gar nicht so frei, wie er glaubt. Die zentrale Frage müsste lauten: Wann ist ein Mensch geistig wirklich frei?

Naja, einfach betrachtet ist er dann frei, wenn er alles, was ihn unfrei macht, beseitigt hat. Unfrei, was macht uns eigentlich unfrei? Das wird jetzt wirklich schwer und vor allem es wird jetzt sehr individuell. Manche haben gerne Kinder und finden es toll, wenn sie ihren Nachwuchs haben, ihn versorgen und erziehen können und finden das super und sie fühlen sich glücklich, erfüllt, vielleicht sogar frei. Andere stellen nach der Geburt des Kindes fest, dass dies die größte Einschränkung in ihrem Leben ist, alles wird auf den Nachwuchs fokussiert, konzentriert, was manche als Unfreiheit auffassen könnten. Frei, frei sein, frei sein im Geiste, frei sein in den Gedanken, frei sein von Technik, frei sein von gesellschaftlichen Zwängen, frei sein etwas … zu müssen… Wir sehen, irgendwie muss man da sehr individuell unterscheiden, für jeden ist frei sein und Freiheit etwas anderes.

Ich habe zum Beispiel häufiger bei meiner persönlichen Beschreibung das Attribut Freidenker verwendet, Freigeist verwende ich so gut wie nie, denn ich weiss, dass man eigentlich hier auf Erden nie wirklich Freigeist ist, denn wenn man glaubt ein Freigeist zu sein, dann stellt man Tage, Wochen, Monate oder Jahre später fest, dass man damals eigentlich kein Freigeist war. Also ich für meinen Teil bin mir nicht mal so sicher, ob ich überhaupt ein Freidenker bin, ich würde es gerne sein, aber realistisch betrachtet würde ich, wenn ich absolut ehrlich zu mir bin, feststellen, dass ich glaube frei zu denken, aber vielleicht doch noch Dinge an mir habe, die das nicht ermöglichen, erschweren. Jetzt wird sich gleich der Kreis wieder schließen, denn, Achtung, was ist notwendig, um ein Freidenker zu sein? Man muss die absolute, die echte Wahrheit kennen, die Fakten, das Wissen, das echte Wissen haben, um wirklich frei, ohne Beeinflussung, denken zu können. Unser Geist mag frei sein, die Gedanken auch, sie tun eh häufig das, was sie selbst gerne ‘tun’ möchten, der Mensch ist dann damit beschäftige Ruhe in das wilde Durcheinander im Schädel zu bekommen, aber wenn’s im Hirn stürmt, dann ist man alles, nur nicht frei, weder Freidenker noch Freigeist. Also Ruhe im Kopf und die Wahrheit, wenn man das hat, dann könnte man wohl so etwas wie ein Freigeist, ein Freidenker sein, aber wer kann das schon von sich behaupten, dass er beides besitzt?

Also, die Frage, wie kriege ich Ruhe in meinen Kopf und wann bin ich in der Lage wirklich geistig frei zu sein, die war schwer zu beantworten. Häufig habe ich diese, für mich immer sehr deprimierende Erkenntnis und zwar, dass es keine Lösung für mich gibt, berauscht, berauscht vom Leben, berauscht von Tabak und berauscht vom Alkohol, verdrängt, vergessen.. Freundin, Partnerin, Frau, Familie, sprich jeder Mensch auf Erden, niemand konnte dazu beitragen, dass ich frei im Geiste wurde oder zumindest freier. Unfrei hat mich jahrelang das Rauchen gemacht, ich rauchte so zwei bis drei Schachteln Marlboro Menthol am Tag und das war ein Punkt, der mich sehr weit von der Freiheit entfernte; kaum 30 Minuten Ruhe im Kopf, schon kam der Gedanke ans Rauchen und ich rauchte, ich lebte von den Pausen zwischen dem Rauchen, aber es gibt ja noch viele, viele andere Dinge, die uns ebenfalls beschäftigen, wie Ärger, Streit mit anderen Menschen, Probleme der unterschiedlichsten Art, Gedanken an die Zukunft, eine nicht enden wollende Kette an Dingen, die uns geistig beschäftigen.

Ich gehe eigentlich nur von mir selbst aus, das kann bei euch völlig anders sein, aber jetzt schreibe ich hier und Schreiben, das ist immer wie geistiges Stripties, aber vielleicht kann ich manche Menschen zum Nachdenken anregen, denn das war und ist meine Intention, Menschen zum Nachdenken anzuregen, wenn ich das erreichen kann, dann bin ich eigentlich schon glücklich. Ihr werdet jetzt lachen, ich denke da auch noch ab und an darüber nach, ob und falls ja, wie viel Freigeist, wie viel Freidenker, wie viel Freiheit in den Gedanken ich habe und ich finde da keine absolute Antwort, denn es ist unterschiedlich. Manchmal ist es sehr ruhig, manchmal ist es sehr unruhig, aber nachdem ich den Zustand der Ruhe kenne, den habe ich schon manchmal in der Meditation erlebt, weiß ich, dass ich den geistig unruhigen Zustand eigentlich nicht so sehr mag und auch eigentlich nicht unbedingt gebrauchen kann. Ruhe im Kopf zu spüren, ich glaube das bringt uns etwas näher in Richtung Freiheit im Geiste…

Stenor aus Cranach | Stenor bei einem Cafe denkt laut

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