Text – Der Cafehausschreiber – Prägung

Wieder befinde ich mich in meinem Lieblingscafe, wieder befinde ich mich im Lorla und schreibe einen Text. Text, ja Texte, die ich schreiben möchte, Texte, die ich vielleicht sogar schreiben muss. Diese Aneinanderreihungen von Wörtern, die Komposition von Buchstabenketten, die zu ganzen Wörtern heranwachsen, von Wörtern, die zu Sätze transformieren und von Sätze, die dann letztendlich einen vollständigen Text bilden, der sich durch alles, was eine Niederschrift ausmacht, auszeichnet. Niederschrift, welch selten verwendetes Wort in diesem Blogkontext. Ja sogar ein generell selten verwendetes Wort, diese Niederschrift, was bedeutet das eigentlich? Irgendwie fällt mir da jetzt ad hoc das Herunterschreiben ein. Herunterschreiben, man – besser gesagt ich – schreibe etwas herunter – von oben nach unten. Herunterschreiben der Niederschrift, Texte, in jeder Sprache anders, mit der ihr eigens innewohnenden Semantik und mit ihrem eigenen rhythmischen Klang. Irgendwie ist das Schreiben ein sehr interessanter, sehr dynamischer Vorgang und es würde mich ja echt mal interessieren, wie ein Romanautor an das Thema Schreiben herangeht. Nun gut, viele haben ja diese Disziplin studiert, wissenschaftlich erlernt und setzen die Werke fast generalstabsmäßig geplant um, aber ich, ich als studierter Informatiker und studierter Elektrotechniker sehe da die Welt ja zwangsläufig mit anderen Augen, ich bin da in dieser Hinsicht eher der Techniker, der Naturwissenschaftler, der Logiker oder wie man es auch immer nennen mag und seitdem ich an der UNI beschäftig bin und auch regen Kontakt zu den Geisteswissenschaftler habe, da muss ich schon rückblickend betrachtet feststellen, dass die Naturwissenschaftler und die Geisteswissenschaftler zwei unterschiedlichen Lagern von Denkern angehören. Beide Gattungen denken einfach anders, was auch niemanden gross wundern sollte, denn beide erfuhren ihre eigene geistig akademische Prägung. Irgendwie sind wir doch alle geprägt, geprägt wie die gute alte Münze, ja so haben auch wir durch des Lebens Umstände unsere eigene Prägung erhalten und werden auch mit dem Fortschreiten der Zeit immer wieder geprägt und geprägt und geprägt. Das Einprägen von Erinnerungen, das Einprägen von Erfahrungen, das Reifen unseres Selbst ist ein ständiger Begleiter unseres Lebens. Wie viele schöne und wie viele schmerzvolle Situationen wir mit dem Dahinschreiten der Jahre erlebten, das ist für jeden von uns unterschiedlich, denn jeder hat sein eigens Schicksal, seine eigenen Umstände, die er erlebt, vielleicht sogar erleben muss. Unsere Zukunft liegt im Nebel, im Normalfall wissen wir nicht, was die Zukunft für uns parat hält, die uns noch bevorstehenden Pässe des Lebens kennen wir nicht, die Zukunft liegt im Nebel, die Vergangenheit verblasst durch den Schleier des Vergessens, nur die Gegenwart ist voll präsent. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob jeder von uns in seinem eigenen Kosmos lebt, in seiner eigenen Welt und manchmal gibt es dann die Berührpunkte, die positiven Moment, wo man nette Menschen trifft, wo man sich nett und angeregt unterhält und so weiter und so weiter, das sind die Momente, wo sich zwei Kosmen kreuzen, wie alte Bekannte aus früheren Tagen. Jeder ist anders geprägt, hat eine andere “Konfiguration” und dennoch findet man manchmal Menschen, die einem sehr vertraut und bekannt sind. Prägung, was wird uns wohl die Zukunft noch an Prägungen bieten? Wir können nur abwarten, den Lauf der Dinge geschehen lassen und warten. Das Herunterschreiben der Dingen, der Lauf der Zeit, es geht weiter…

Stenor aus Cranach

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