Text – Der Cafehausschreiber – Gedanken

Das neue Jahr ist jetzt angebrochen und noch recht frisch und jungfreudig. Ich sitze am ersten „richtigen“ Tag des Jahers, an einem Samstag in Kronach im Lorla und denke nach, ich denke nach über das letzte Jahr und etwas über das neue, das kommende Jahr, über 2016. Bei dieser ganz besonderen Rückschau jetzt und hier im Lorla in Kronach, in meiner Heimat, unterstützt mich mein fast ständiger Begleiter, mein Skizzenbuch. Gut, wenn ich sage mein Skizzenbuch, dann dürft ihr das nicht so ganz wörtlich nehmen, nicht so starr hinnehmen, das ist mehr im übertragenen Sinne gemeint, denn, wenn ich jetzt nur mal so grob und auf die Schnelle nachdenke, dann fallen mir schon ad hoc 9 Skizzenbücher in den unterschiedlichsten Größen ein, die ich mehr oder weniger häufig nutze, um meine Gedanken festzuhalten; aber das, was ich aktuell bei mir führe, ist schon so etwas wie eines meiner Hauptskizzenbücher. Skizzen, häufig halte ich sie wirklich auf die gute, alte und klassische Art und Weise fest, mit Stift und auf Papier, aber manche lyrische Skizzen spreche ich dann doch auch schon mal auf mein Handy und speichere sie als Sprachnotiz ab oder ich nutze Evernote (das ist eine App), um Gedanken und Idee festzuhalten. Was ich natürlich auch noch mache und was mir soeben wärend des Schreibens dieses Artikels noch aufgefallen ist, ich skizziere, ich notiere auch per Photos, per Schnappschüsse, die ich zugegeben doch schon in sehr grosser Häufigkeit per Smartphone aufnehme und ad hoc online stelle, online stelle auf meine diversen Socialmediakanäle oder auf meinen Blog. Photos, vielleicht sind sie die moderne Art zu skizzieren unserer Tage…

Gut, jetzt, hier, heute, mein Skizzenbuch und ich, wie so häufig, wenn ich unterwegs bin, so auch jetzt wieder mein Begleiter und auch heute sind wir beide wieder aktiv gewesen, wir sind auch heute wieder im Einsatz. Heute, jetzt, hier, im Lorla habe ich auch etwas skizziert, ich habe wieder festgehalten, eine Bildidee angefangen und über die Komposition eines Bildes per Skizze nachgedacht. Das Skizzenbuch, mein Skizzenbuch und ich und da denke ich, dass ich für viele Kreative spreche, wir sind eine Team, wir sind eine Einheit und haben vieles gemeinsam erlebt, vieles durchlebt. Es ist ein Spiegel für mich, ein Spiegel und sowas wie eine Tür in die Vergangenheit. Die Bildschnipsel, die Skizzen, die Notizen sind alle mit Erinnerungen und Gedanken verbunden und ich habe mir heute dann auch nach getaner Skizzierarbeit den Luxus gegönnt und habe in meinem Büchlein geschmökert, ich habe mein Skizzenbüchlein von vorne nach hinten in Erinnerungen und Gedanken versunken durchschmökert und bei vielen Einträgen inne gehalten und nachgedacht. Der Rückblick im Leben ist ja, wenn man ein Skizzenbüchlein führt, schon etwas relativ spannendes, es gibt Zeitlücken, Zeiten in denen man weniger skizziert und festhält, das sind zwar dann keine schwarzen Zeitlöcher im Jahr, aber es sind die Zeiten, die auch beim Rückblick nicht so markant leuchten und es gibt Zeiten, wo man viel skizziert und festhält, das sind dann die Jahresleuchtfeuer, das sind die Zeiten, die bewegten, die in Erinnerung bleiben, zumindest in Erinnerung des Skizzenbüchleins. Was mir an 2015 aufgefallen ist, ich hab da gar nicht so viel Skizziert, wie dies in den Jahren zuvor der Fall war, es scheint mir, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dass es zumindest aus Skizzensicht ein etwas ruhigeres Jahr war. Das mein 2015 jedoch alles andere als ruhig gewesen ist, das habt ihr ja im letzen Cafehausschreiber-Artikel lesen können, es war aus privater Sicht sehr bewegend, aber aus künstlerischer Skizziersicht war es unbewegter. Viele Einträge von 2015 sind Collagen und Textschnipsel, also Dinge, die schnell erstellt sind. Ich bin da ja mal gespannt, wie das jetzt 2016 werden wird. Ich bin wieder in der Heimat, hier ist vieles anders als in Bonn, hier ist das Grundgefühl auch anders und ich glaube irgendwie, dass es, wenn das Frühjahr anbricht künstlerisch abgehen wird für mich. Die besinnlichste Zeit des Jahres, das „Bedrückende“ der Weihnachtszeit ist jetzt hinter uns und es geht, wie ich fühle, wieder in Richtung frei, warm, schön, klar, also aufwärts. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich mag die Weihnachtszeit, ich mag auch den Winter, aber jetzt so nach Neujahr, da merkt man richtig, wie es wieder aufwärts geht, das liegt mir etwas besser und sagt mir auch etwas mehr zu. Also auf ins Jahr 2016. Neue noch unbeschriebene Skizzenbücher habe ich auch schon erhalten und auch aus Skizziersicht ist alles vorbereitet für ein kreatives, schönes, harmonisches 2016.

Stenor aus Cranach

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