Text – Impressionen, Gedanken zu und über Leipzig – Ein Besuch in der Oper Leipzig

Heute bin ich mal nicht als Cafehausschreiber unterwegs, nein heute bin ich mal der Zugschreiber, denn ich sitze gerade an einem Sonntagabend im Zug, der sich langsam und gemächlich, aber dennoch zielstrebig von Leipzig nach Saalfeld bewegt und notiere skizzenhaft meine Gedanken und Eindrücke, die ich durch einen Besuch in Leipzig und in der Oper Leipzig an diesem Wochenende bekommen habe. Leipzig, welch interessante und welch schöne Stadt. Kaum 170 km von meinem Wohnort entfernt – so nah und doch so fern. Bis zu diesem Wochenende war das der Fall, denn bis jetzt hatte ich Leipzig relativ wenig Beachtung geschenkt und ich war jetzt wirklich zum aller ersten Mal dort und bin jetzt wirklich sehr positiv von den Menschen und von der Stadt berührt. Irgendetwas ist in Leipzig, das mir sehr zusagt, irgendetwas haben die Menschen in Leipzig an sich, das mir sehr gut gefällt, das mir sehr gut liegt und auch irgendwie auf einer gewissen Art und Weise sehr vertraut wirkt. Selbst der Besuch der Oper war erstaunlich gut, sanft, bodenständig, einfach gut, wenn ich es in Worte fassen müsste. Ich hatte Rheingold, eine Oper von Richard Wagner, angeschaut und bin jetzt mehr als nur beeindruckt. Beeindruckt von der Oper, von der Stadt, von den Menschen. Obwohl ich das Regietheater eigentlich gar nicht so sehr mag, aber in Deutschland kommt man da leider nicht dran vorbei, so war es in Leipzig jedoch anders als ich es im gewohnt bin. Irgendwie, auf einer mir bis jetzt noch unerklärlichen Art, hatte ich gar nicht so richtig wahrgenommen, dass auch hier ein Stück aufgeführt wurde, das nach der alten Regietheater-Art inszeniert worden ist. Die Darstellung war sehr zurückhaltend und die Oper kam mehr inhaltlich zur Geltung, was häufig bei anderen Vorstellungen und Inszenierungen in Deutschland nicht der Fall ist. Häufig drängen sich die Regisseure so in den Vordergrund, dass die Oper an sich nur noch eine untergeordnete Stellung einnimmt.

Ein richtiges Resümee, wie man es sich vielleicht jetzt wünschen würde, das kann ich objektiv gesehen im Moment schlichtweg nicht liefern, da ich noch so im Bann dieser Stadt gefangen bin. Aber ich will es auch nicht, jetzt nicht, jetzt will ich das niederschreiben, was ich im Herzen trage, was ich im Herzen fühle, denn Leipzig ist eine Stadt des Herzens, von Menschen für Menschen mit Menschen. Bewegend, erhebend, herzlich, ich mag diese Stadt, ich mag seine Menschen. Der Anfang einer Liebesbeziehung und es werden ganz sicher noch weitere Besuche folgen. Ich bin offen für Leipzig, ich bin offen für das, was auf mich zukommt. Ich glaube es war der Beginn einer Liebe, einer Liebe zwischen mir und ihr. Warum dem so ist, das ist mir noch nicht so richtig klar und so hin und weg, wie ich im Moment bin und das gleich nach dem ersten Besuch, das kenne ich eigentlich so in dieser Art nicht, denn ich bin in diesem Punkt eher etwas konservativer eingestellt – im Normalfall. Aber Leipzig ist fernab vom Normalfall, irgendwie ist hier alles anders. Ich bin jetzt im Bann dieser Stadt, im Bann der Menschen, im Bann von Sachsen. Ich bin gespannt, wie das jetzt noch mit mir und ihr weitergehen wird…

Stenor aus Cranach

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