Text – Der Cafehausschreiber – ‘it runs’

Tja, ich werde es jetzt wohl nicht extra erwähnen müssen, aber ja, ich sitze wieder im Lorla in Kronach in meinem Lieblings-Schreibcafe und sie fließen wieder, die Zeilen, der Textfluss stimmt und es ist, wie gewohnt, gut, harmonisch und einigermaßen ruhig, um zu schreiben. Immer, wenn ich mich hier auf meinem Stammplatz befinden, mitten in der Oberen Stadt in Kronach, dann bin ich total geerdet, total zuhause, glücklich und innerlich sehr frei, ja soooo frei.

Ich muss gerade im Moment an einem guten alten Freund denken, denn er würde jetzt sagen: ‘läuft’ und wäre er jetzt hier bei mir, dann würde ich darauf erwidern: ‘it runs’ und wir würden beide lauthals lachen, denn das ist ein kleiner Insiderwitz, den ich jetzt nicht erzähle, da es ja sonst kein Insider mehr ist. Jetzt muss ich etwas schmunzeln, da ich die Neugier nicht auflösen werde, nein, ich erzähle es nicht, keine Chance und zugegeben, ja ich bin da manchmal doch etwas leicht gemein. Es wird nicht verraten… hehehe… Also hier im Lorla sprudelt der Text, hier geht es gedanklich rund und es können Texte entstehen, hier sind nun auch schon einige entstanden und es werden wohl auch noch welche in Zukunft entstehen, denn – it runs… :-)

Heute war es auch mal eine kleine Abwechslung im Vergleich zu den sonstigen Schreibaufenthalten, denn heute hatte ich vorher noch ein Treffen mit einer echten Kronacherin für eine Portraitphotosession. Ihr könnt also gespannt sein, denn ich werde die Bilder später auf meiner Portraitwebseite online stellen, also unter www.portraitmensch.de wird das Ergebnis dieses Photosets erscheine. Die Photosession war jetzt wirklich interessant und spannend und geht dann auch noch im Anschluss, also nach dem Mittagessen und nach dem Schreiben dieses Textes weiter, da sind dann ein paar Außenaufnahmen geplant und ich bin selbst gespannt, wie es weitergeht. Schreibe aber jetzt mal schnell zwischendurch diesen Text für meinen Blog, da mir gerade danach ist, wie gesagt, im Lorla in Kronach und der Text fließt und nein ich schreibe jetzt nicht – it runs…

Wenn ich Menschen zeige, wenn ich sie porträtiere, dann versuche ich immer den Menschen so zu zeigen, wie er ist, die schönen Seiten hervorzuheben, die inneren Werte weiter an die Oberfläche zu befördern, so dass sie photographisch erfasst werden können. Dies stellt zwar häufig eine gewisse Herausforderung für mich dar, aber es ist möglich und das macht den ganz spezielle Reiz bei der Portraitphotografie für mich aus. Einfach nur photografieren, das wäre mir etwas zu langweilig. Photos brauchen das gewisse Etwas, etwas, das man nicht in Worten fassen kann. Man muss das Photo anschauen und man muss dann spüren, dass dieses Photo etwas an sich hat. Etwas das mehr ist als die reine Bildinformation – man nimmt auf einer anderen Eben wahr. Wenn dieser Fall beim Betrachter eintritt, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Häufig nutze ich Lyrik, um etwas auszudrücken, was schwer auszudrücken ist und ich versuche es mittels lyrischer Darstellung greifbar zu machen. Im Prinzip ist es immer irgendwie das Selbe, lyrische Texte schreiben, malen, photografieren, man versucht Dinge zu visualisieren, die schwer visualisierbar sind, es ist häufig eine Transformation, eine Transformation von einer höheren Ebene in einer tieferen Ebene, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Portraitphotografieren ist eine spezielle Art von mir, um mich auszudrücken, die Menschen so zu zeigen, wie ich sie sehe, wie ich sie wahrnehme und das ist für mich sehr reizvoll und spannend.

Erfassen, festhalten, darstellen, zeigen, das sind an sich schon sehr kreative und künstlerische Vorgänge. Wenn ich male, dann zeige ich Dinge, die es vorher noch nicht gab, ich erschaffe etwas Neues und lasse es das Licht der Welt erblicken. Wenn ich Lyrik schreibe, dann versuche ich meine abstrakten und nicht fassbaren Gedanken niederzuschreiben, sie auszudrücken. Wenn ich photographiere, dann zeige ich die inneren Seiten von Menschen, die man im Normalfall nicht so einfach wahrnimmt – zumindest ist das mein Bestreben, mein Ziel. Das Portraitphotografieren und die Darstellung von Menschen faszinieren mich im Moment wirklich sehr und wäre mein guter Kumpel jetzt hier, dann würde er sagen: ‘läuft’ und ich würde dann antworten: ‘it runs’… :-)

Stenor aus Cranach

(P.S.: Übrigens, jetzt sind auch die Bilder online und sind hier zu finden: http://portraitmensch.de/2016/01/31/julia-eichhorn/)

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