Text – Des Feue lunnet!’ – Stenor und wieder eine Geschichte von – Männer, die ins Feuer starren

‘Des Feue lunnet!’ – Stenor und wieder eine Geschichte von – Männer, die ins Feuer starren

Ich habe ja jetzt schon ein paar mal den Titel: ‘Männer, die ins Feuer starren’ verwendet. Dieser Satz ist eine Anlehnung auf den Film: ‘Männer, die auf Ziegen starren’ und irgendwie ist es ja bei uns Männern immer irgendwie so, wenn Feuer brennt, dann sind wir wie magisch von der Glut und den Flammen, egal wie gross diese Feuerstelle ist, angezogen und fast wie in Trance starren wir in diese Feuersbrunst – kennt ja jeder irgendwie sicher vom Grillen im Sommer. Beim Grillen zeigt sich auch meist das folgende Bild: Die Frauen sitzen gruppiert irgendwo, jedoch meistens nie am Feuer, die Männer alle zusammengerottet an der Feuerstelle und starren in die Glut und schauen auf das Fleisch, das sich in den Flammen seinem Schicksal beugt.
‘Des Feue lunnet!’ Das heißt auf Hochdeutsch so viel wie, das Feuer brennt gut. Falls jetzt ein Franke eine bessere Übersetzung parat haben sollt, bitte als Kommentar für unsere ‘Nichtbayern’ (gut, ja, Nichtfranken) hier hinterlassen. Aber was will ich eigentlich damit sagen? Tja, nachdem ich wieder häufiger meinen Heimatdialekt höre, finde ich es immer wieder sehr schön, wenn dieser Dialekt gepflegt und gesprochen, also gelebt wird. Warum sage ich das jetzt? Ganz einfach. In der heutigen Zeit wird immer mehr Englisch gesprochen. Im Geschäftsleben und an der UNI herrscht Englisch. Das ist auch Ok, denn es ist ein Mittel, um sich zu verständigen und wenn sich jemand im Team befindet, der die Landessprache nicht spricht, muss man halt den kleinsten gemeinsamen Nenner finden und der ist dann nun mal häufig Englisch. Daher ist es um so wichtige, dass die vielen Dialekte in unserem Land am Leben gehalten werden, denn Sprache ist Brauchtum und Kultur und Kultur ist Identität. Wenn ich das jetzt mal so direkt ausdrücken müsste, dann würde ich sagen, wenn die Sprache uniform wird, dann geht auch die dahinterliegende Kultur und Identität mit verloren. Ich weiss nicht, wie ihr es seht, aber ich mag die Vielfalt, die Vielfalt an Kultur, die Vielfalt an Dialekten, die Vielfalt an Identitäten, denn Vielfalt bereichert und gibt viel Abwechslung. Das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt und ihr seht sicher jetzt alle, Einfalt, wie dieses Wort schon wirkt, die Wirkung ist nicht wünschenswert. Zumindest für Völker, für Menschen, für die Welt.
‘Des Feue lunnet!’ Solltet ihr mal wieder mit euren Freunden, Bekannten vor einem Feuer sitzen, wenn nicht heute, dann wieder im Sommer vor dem Grill, dann denkt an ‘des Feue lunnet’ und sprecht mal ganz bewußt wieder euren Dialekt, lasst eure Identität entfalten, steht zur Sprache, zur Kultur. Sprache ist Kultur und Kultur ist Identität. Alle Menschen sind einzigartig und etwas Besonderes. ‘Des Feue lunnet!’ Besinnt euch eurer Heimat. Ich mag meine Heimat und ich mag die Menschen in meiner Heimat und jetzt starr ich ins Feuer und denk mir – ‘Mei Feue lunnet!’
Stenor denkt nach…

P.S.: Das Photo habe ich heute Abend vor meinem Holzofen aufgenommen. Das Wetter lud dazu ein Feuer zu machen. 

  

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