Text – Der Atelierschreiber – Ein flüchtiges Wissen? Wie viel wissen wir? Wer schreiben will, der sollte lesen und wer wissen will…?

Lesen, passt das eigentlich heute noch in unsere Zeit? Ich meine das richtige Lesen, nicht mal schnell online bei Onkel Google nachschauen, wenn wieder mal eine Frage im Raum steht – wann hat Goethe nochmal gelebt?

  1. Neuer Tab.
  2. Eintrag in der Browserleiste ‘google’, die Auto-Completion-Funktion ist gnädig, sie ermöglicht das schnelle Eingeben und die Eingabe wurde vervollständigt, man ist auf der Seite vom Alleswisser – Hallo Welt, Hallo Onkel Google…
  3. Onkel Google’s Suchschlitz mit ‘goethe’ füttern.
  4. Entertaste drücken.
  5. Oh, wie schön, der erste Treffer weist gleich zu Wikipedia und die Vorschau zeigt auch gleich die Info, die man benötigt: Geboren: 28. August 1749, Freie Stadt Frankfurt / Gestorben: 22. März 1832, Weimar
  6. Oh, Weimar, wer war denn dort noch alles? Schiller? Klick auf den Hyperlink, der hinter Weimar liegt.
  7. Auch hier, die Vorschau gibt bereits jetzt viel Preis: Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen in Deutschland, die vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt ist. Weimar liegt an einem Bogen der Ilm südöstlich des Ettersberges, des mit 478 Metern höchsten Berges im Thüringer Becken.
  8. Mum, will ich mehr über Weimar wissen? Und so weiter und so weiter…

Ich denke das kennen viele von uns und man ist dann schon voll dabei, voll dabei beim surfen im Internet und man gleitet über Informationen nur so hinweg. Ja, wann wurde er nochmal geboren? Oh, wie peinlich, vergessen! Ist aber alles nur halb so schlimm, denn wir wüssten ja, wie wir danach suchen müssten, denn das Kochrezept ist ja klar: gehe zu 1. Neuer Tab, dann 2. Eintrag…. und so weiter. Ich glaube wir sind heutzutage so gut, wie noch nie informiert, wir sind so dermaßen überinformiert, da das Aufmachen des Browsers und das Lossurfen so einfach und günstig ist, wie es noch nie der Fall war. Es ist zwar von der Menge her viel an Wissen verfügbar, aber es ist ein flüchtiges Wissen. Das ist ja im Prinzip nicht schlecht, schwierig wird es nur dann, wenn man wirklich Dinge zusammensetzen muss, wenn man unterschiedliches Wissen anzapfen muss, um daraus etwas zu erschaffen, zu bauen, neue wissenschaftliche Wege zu beschreiten, ja dann, dann wird es schwierig mit dem 1 Sekunden-Browser-Wissen.

Wer schreiben will, der muss lesen und wer wissen will, der sollte auch lesen und zwar nicht immer nur die Abschnitte, die aktuell wichtig und gefragt sind, denn oftmals sind es die Synergien, die nur dann ihre volle Wirkungskraft entfalten können, wenn ein breites Fundament gelegt wurde. Wer schreiben will sollte lesen und wer mitreden will, der sollte vielleicht auch lesen. Ich werfe da jetzt mal einen Blick auf meine Person und zwar war es so, dass in der Vergangenheit ein gosses Interesse für Richard Wagner entstanden ist und ich einfach mehr wissen wollte und ich war da auch relativ frei mit all den Vorurteilen, die manche Menschen bezüglich Richard Wagner haben und ich dachte mir, schau’n wir mal. Und so trug es sich dann zu, dass ich viel im Internet gelesen habe, ja, da waren auch die Wikipedia-Artikel dabei, aber ich habe auch ein paar reguläre Bücher gelesen, um mein Wissensspektrum zu erweitern. Und genau jetzt kommen wir an ein Stelle, die das Internet sehr kostbar macht, denn was jetzt geschieht, das ist das Weitergeben von persönlichen Eindrücken, Erfahrungen und Tips und das alles kostenlos und genau das ist eine der großen Stärken des Internets, denn es finden sich Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammen und sie tauschen sich aus. Zumeist sind das dann auch wirklich frei von finanziellen Interessen getriebene Meinungen, die dann ausgetauscht werden und das alles ist sehr echt, direkt und kostbar. Hier jetzt meine Lektüre (siehe Foto), die ich zum Thema Wagner gelesen habe.

  1. Foto 16.04.16, 21 44 18Holger Noltze mit Wagner für die Westentasche -> schöne, schlanke Lektüre mit komprimierten und schnell Verfügbaren Informationen. Das Buch gefällt mir ganz gut.
  2. Cosima Wagner Tagebücher -> auch sehr schön zum Lesen, man muss halt nur wissen, dass Cosima ihren Richard schon häufig mal durch eine rosarote Brille betrachtet hat.
  3. Walter Hansen – Richard Wagner – Biographie -> Schön, informativ und an manchen Stellen erregte es meinen Puls. Aber ein schönes Buch, ein Muss.
  4. Martin Gregor-Dellin – Richard Wagner – Sein Leben, Sein Werk, Sein Jahrhundert. Astrein, sehr gut, ein Muss.

Viele Vorurteile konnten diese Werke bei mir ausräumen und haben mir – ich möchte behaupten – ein genaueres Bild von Richard Wagner gezeigt. Natürlich ist alles immer sehr subjektiv, aber etwas Einblick in sein Leben, in seine Lebensumstände und vielleicht auch in seinen Kopf habe ich dadurch erhalten. Richard Wagner, kein einfacher Mensch, mit Sicherheit nicht, aber ich möchte behaupten, er war ein musikalisches Genie.

Von Goethe über Onkel Google zu Richard Wagner und zurück zum Lesen. Ich bin ja schon auch etwas neugierig und mag die Interaktion schon sehr gerne. Auch, um zu erfahren, wie andere die Dinge sehen und jetzt würde mich an dieser Stelle mehr als nur interessieren, was lest ihr eigentlich? Lest ihr? Habt ihr da auch so ‘stille Themen’, wie bei mir das Thema mit Richard Wagner? Ich nenne sie stille Themen, da sie weder beruflich noch privat so richtig in irgendeine Kategorie passen würden. Wie machen wir das jetzt nur mit der Interaktion?! Ich schalte mal die Kommentarfunktion unter diesem Artikel frei, aber online gehen diese dann erst nach meiner Freigabe, denn ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Spam im Netz herumschwirrt, wenn man beim Blog die Kommentarfunktion einschaltet. Also ihr könnt gerne kommentieren oder eine Mail an mich schreiben: mailbox@stenorkunst.de

Stenor aus Cranach

  One Reply to “Text – Der Atelierschreiber – Ein flüchtiges Wissen? Wie viel wissen wir? Wer schreiben will, der sollte lesen und wer wissen will…?”

  1. Nico
    17/04/2016 at 11:14

    Hallo,
    ich interessiere mich sehr für die neuen Medien und besonders das Thema Podcast interesiert mich sehr. Lese da viel online, schaue und höre mir auch viel im Netz an. Ein Buch, das ich gerade lese, gibt es im Moment nicht.

    Liebe Grüße,
    Nico

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