Stenor schreibt – ein paar kurze Sonntagsgedanken

Stenor schreibt – ein paar kurze Sonntagsgedanken

Seitdem ich mich nun etwas mehr, künstlerischer, theoretischer, ja vielleicht sogar philosophischer, mit der Liebe auseinandersetze, stelle ich fest, dass sich damit einhergehend auch meine Einstellung ändert, sie sanfter wird, was nicht mal so unangenehm ist, denn es ist auch gleichzeitig ruhiger in mir geworden.
Ein Thema, das ich noch bis vor ein paar Wochen «kämpferischer» betrachtete, war das Thema Politik und hier im speziellen die Politiker an sich, aber nachdem ich mir selbst in diesem Punkt etwas mehr an innere Zurückhaltung auferlegt hatte, denn ich habe für mich erkannt, dass es unterm Strich überhaupt nichts bringt, wenn die Emotion in Wallung kommt und daher war die Zeit meiner Abstinenz äußerst erholsam und entspannend und es fehlte auch nichts, wirklich nichts, denn die Zeit, die ich einsparte, die ich früher mit dem Lesen von politischen Artikeln verbrachte, die nutzte ich vermehrt für persönliche Gespräche und die haben mir wiederum sehr viel gebracht, irgendwie ist jedes Gespräch mit Menschen etwas, das uns etwas geben kann, Weisheit, Erfahrung oder schöne Augenblicke, also eigentlich so gesehen immer etwas Positives – Streitgespräche, Schimpfereien, die lasse ich jetzt mal außen vor, denn es geht um die Liebe. Und so kam es auch heute mal wieder zustande, dass ich einen politischen Bericht las und meine Gedanken zu dieser – ich möchte mal sagen sehr speziellen Art von Menschen, denn das sind sie für mich schon irgendwie – Schicht von Menschen hat sich verändert, sie sind sanfter geworden. Mich würde echt mal interessieren, was dahintersteckt, was hinter so manchen Politiker einfach an Mensch dahintersteckt, denn viele spielen Rollen, aber Menschen sind immer ein Produkt aus ihren äußeren Umständen, Erfahrungen, Wünschen, Lebensbedingungen und noch vieles mehr. Dieser Blick hinter den Menschen versuche ich ja mit dem Kunstprojekt – Portraitmensch – nachzugehen, zu realisieren und das Nichtsichtbare sichtbar zu machen, und bei so manchen Politikern würde mich dieser Blick auch sehr interessieren. Es geht nicht darum Menschen bloß zu stellen, es geht auch nicht darum die Schwächen und die schlechten Seiten zu zeigen, nein, mir geht es darum immer den Blick auf das Positive zu richten, die positiven Seiten der portraitierten Menschen hervorzuheben – ich denke, diejenigen, die ich bis dato photographiert, portraitiert, habe, können das bestätigen -, darum geht es mir und das wäre auch mal bei den Politikern interessant und spannend für mich. Der Mensch ist’s, der es ausmacht.
Liebe, sie hat ja viele Facetten und ich glaube, dass die höhere From der Liebe die Barmherzigkeit ist, also eine selbstlose Liebe. Ich glaube immer mehr, dass Liebe, wenn man dieses Wort verwendet, unterscheiden muss – sollte -, denn Liebe ist aus meiner Sicht in einem gewissen Maß egoistisch und Barmherzigkeit ist selbstlos, also uneigennützig, daher wäre es angebracht zu überlegen, was man meint, ob man die Liebe meint oder ob man die Barmherzigkeit meint. Aber ich glaube auch, dass es im weiteren Verlauf wahrscheinlich einsichtiger ist, wenn ich nach wie vor von der Liebe schreibe und spreche, man hat ja immer noch die sprachlichen Mittel zur Verfügung, um im Kontext den Inhalt hinter dem Wort zu transportieren, so dass der Leser weiss, was man meint.
Freunde von mir sagten neulich: Stefan, mit der Liebe haben sich schon 1000 Menschen beschäftigt, das ist nichts Neues. Das stimmt, aber was soll man machen, was soll ich machen? Ich suche mir nicht die Kunstthemen aus, mit denen ich mich beschäftige, die Themen suchen mich aus und dann muss ich dem nachgehen, das ist, wie ein innerer Motor, man kann einfach nicht anderes. Die Kunst, das Schreiben, das sind Themen für sich, das sind andere Welten.

Stenor aus Cranach – und sollte sich mal jemand fragen, was der Unterschied zwischen SaC und Stenor aus Cranach ist, dem sei gesagt, keiner, ich schreib’s nur manchmal abgekürzt, wenn ich etwas schreibfauler bin…

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