Stenor’s Kolumne – die Gehirnwindungen mal verkruxelt

Stenor’s Kolumne – die Gehirnwindungen mal verkruxelt
 
Manche Dinge sind zwar interessant, ob sie dann auch relevant sind, ist fraglich. Ich möchte sogar behaupten, dass die meisten Dinge, die relevant sind, eher uninteressant sind und die Dinge, die wirklich interessant sind, die sind häufig nicht relevant.
 
Das Relevante am Leben ist langweilig und uninteressant – ABER und jetzt kommt der Knackpunkt. Ich glaube das hängt davon ab, in welchem System man sich bewegt und was die Rahmenbedingungen sind, die einem selbst die Bewegungsfreiheit ermöglicht oder eben nicht, denn manche Rahmen sind enger als andere. Ich spreche hier nicht mal von den geistig Rahmen, sprechen wir mal von den wirklich materiellen, finanziellen Rahmenbedingungen. Eine allein erziehende Mutter mit zwei Kindern, die aufgrund ihrer Lebensumstände zwei Jobs nachgehen muss, um über die Runden zu kommen, wird sich sicher andere Gedanken über ihre Möglichkeiten der Freizeitgestaltung Gedanken machen, als ein Hollywood-Star, der pro Film ein paar Millionen Dollar auf sein Konto wissen kann oder einen ehemaligen Bundesfinanzminister, der Dank Beraterverträge pro 30 minütigem Vortrag um die 15.000 Euro Honorar bekommt oder ein ehemaliger US-Präsident, der schon mal 500.000 Dollar für einen Vortrag verlangen kann/darf. Die Frage nach der Moral und der Ausgewogenheit lasse ich mal komplett außen vor, denn ich möchte ja auf einen Punkt hinaus. Es geht mir auch nicht darum auszuloten, ob das so in Ordnung ist, denn das ist für mich nicht relevant und auch nicht interessant, da mir diese Überlegungen überhaupt nichts bringen, im Gegenteil und ich freu mich immer, wenn es Menschen gut geht, wenn sie finanziell sicher im Leben stehen und sie sich ein Leben ermöglichen können, wie sie glauben, dass es gut für sie ist. Ich möchte auf den Punkt hinaus, wer ist wirklich glücklich? Wer ist wirklich zufrieden?
 
Gut, etwas an Brücke muss ich jetzt doch noch schlagen, denn wie komme ich jetzt gerade auf diese Fragestellung? Ganz einfach. Ich hatte gestern ja eine Lyrik über die Dummen verfasst und ich muss dieser Sache, die lyrisch gesehen zwar etwas erheiternd war, noch etwas an Ergänzung nachliefern. Bei den reichen Hollywood-Stars und den Ärmeren ist es genauso aus meiner Sicht, wie bei den Dummen und bei den Intelligenten. Der wirklich Intelligente sollte aufpassen, dass er nicht schleichend zum Dummen konvertiert, da in der Intelligenz, wenn man nicht aufpasst, die Überheblichkeit stark mit ihr verbunden sein kann und vielleicht ist der Dumme, der wirklich Intelligente. Beim reichen Hollywood-Star ist es genauso, er ist zwar reich, doch reich an Geld ist kein wirklicher Reichtum und vielleicht ist der Ärmere reicher als man sieht.
 
Was ist jetzt nun die Kernaussage, die ich treffen möchte? Verurteilt nicht zu schnell. Der Reiche hat seine Probleme, der Arme hat seine Probleme, aber beides sind Menschen. Der Dumme hat sein Lebensumfeld und der Intelligente hat auch sein Lebensumfeld und seine Bedingungen. In aller Leben werden sich Schicksaalsereignisse manifestieren, die den Menschen, den es trifft, bewegen – Reichtum, Intelligenz – schaut auf den Menschen, versucht ihn zu verstehen. Es gibt so viel Haß auf dieser Welt, es gibt so viel Gier auf dieser Welt und es gibt nach wie vor Interessen unterschiedliche Gruppen aufeinander loszuhetzen. Vielleicht kann der Intelligente vom Dummen die Herzlichkeit und Menschlichkeit lernen, vielleicht kann der Dumme etwas intelligenter werden, wenn er lernt zuzuhören. Vielleicht kann der Arme mal nicht nach den alten Kampfmodellen, welche die unterschiedlichen sozialen Schichten denke haben zu müssen, denken und handeln und sprechen, sondern auch mal auf den Reichen hören, was sein Rezept des Erfolges war, vielleicht können wir alle etwas vorurteilsfreier die Menschen – sei es direkt oder indirekt – um uns herum so annehmen, wie sie sind. Vielleicht ist das unser aller Sinn, unser Ziel im Leben – aufeinander zu zugehen – Menschlichkeit leben lassen.
 
Ich bin kein Pfarrer, ich bin auch kein Moralist, das überlasse ich anderen, die das besser können, aber ich stelle immer wieder fest, dass gerne in Gruppen untergliedert wird, separiert wird und dann diese Gruppen, in welcher Form auch immer, gegeneinander ausgespielt werden.
 
Kurzfassung: Vielleicht ist der Dumme intelligenter als wir glauben. Denkt mal darüber nach.
 
SaC
 
Wie immer, noch mehr Text auf meinem Blog: http://www.stenorkunst.de/
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