Wagner – Bayreuth 2017 – Eröffnung – Die Obrigkeit schaut – hört – zu

Wagner – Bayreuth 2017 – Eröffnung – Die Obrigkeit schaut – hört – zu

“Halt, Meister! Nicht so geeilt!
Nicht jeder eure Meinung teilt.”

Als ein alter Wagnerfan ist es dann doch mal an der Zeit vielleicht ein paar Gedanken zum Thema Heimat und Wagner niederzuschreiben; nicht nur, aber auch, da ich am vergangenen Wochenende in Bayreuth bez. des Themas Wagners unterwegs war. Wagner war nicht nur zu seiner Lebzeit eine strittige Person und es gilt auch heute noch der Satz: Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht! Umgekehrt war es aber mindestens genauso, wenn Wagner jemanden mochte, dann uneingeschränkt, analog, der Umkehrschluss…
Ich stimme auch heute noch – nach wie vor – mit Wagner und seiner musikalischen Deutung – ich möchte sagen mit der Transformation vom Unfassbaren, vom Unbegreiflichen – überein. Das Geistige hat er, wie niemand sonst, greifbar, hörbar, fast anschaubar, sichtbar gemacht und es war eine Mammutaufgabe, die er letztendlich bewältigte. Auch die Entbehrung und die Demütigungen waren nicht nur zahlreich, sie waren auch lang anhaltend und ziehen sich noch bis in die Neuzeit hinein – aus meiner Sicht ungerechtfertigt (dies erfordert aber ein genaueres Hinschauen und ein sich mit dem Thema befassen, was man nicht von jedermann erwarten kann, daher versteh ich auch die Menschen, die das anders sehen mögen).

Musikalisch darf heute unser Staatsoberhaupt in Bayreuth “Die Meistersinger von Nürnberg” lauschen und wie doch oftmals die Ironie ihr Spiel treibt, so darf sich dann Frau Merkel auch die folgenden Zeilen – relativ zu Beginn – hörend wirken lassen:

“Halt, Meister! Nicht so geeilt!
Nicht jeder eure Meinung teilt.”

Fast schon ein Omen, aber gut, Spitzfindigkeiten in der Schrift muss gestattet sein, denn wer Oben ist, der muss breite Schultern haben können und es wird ihr nicht all zu sehr an der Seele kratzen, wenn ich dies so niederschreibe, denn Humor hat sie ja, sonst wäre sie nicht mehr am Ruder.

 


Meinung teilen, das ist auch mein Stichwort. Ich muss Wagner ganz vehement widersprechen im Punkt Bayreuth. Als ich nach langer Zeit am Wochenende mal wieder in Bayreuth war, ist mir dort eine Liebenswürdigkeit aufgefallen, die ich sonst in den Jahren zuvor noch nie so sah und erleben konnte. Ich denke das lag an meiner Verbohrtheit und scheinbar mögen die Jahre doch ein paar Veränderungen mit einher gebracht haben, so dass ich die Schönheit Bayreuths am Wochenende fühlen konnte.

Also Richard, deine Opern sind genial, dein Scharfsinn war einzigartig, dein Talent Menschen zu unterhalten, unbeschreiblich; aber deine Sicht von Bayreuth, die war definitiv falsch.

Also Frau Merkel, genießen sie heute Bayreuth, wenn auch mit etwas Regen und lassen sie das Werk vom Großmeister auf sich wirken. Es sind ja dann doch stimmungsvollere Klänge, die müde Geister wieder regen könnten.

SaC

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