Lyrik – Falsche Realität

In der Kürze –
liegt die Würze.
Doch nicht immer ist mir diese Gabe gegeben –
manche müssen dann doch mit meinen länglichen Ausführungen leben.
Besonders lang’ wird es immer dann –
wenn ich steh’ in des Thematik’s Bann.
Ach, wie gern’ kann man doch sprechen –
man kann sich mit der Länge der Worte und mit Intellekt beim and’ren rächen.
Man spricht und spricht solang bist die Lippen fetzen –
aufpassen sollte man aber schon, man will ja niemanden verletzen.
Doch das Wort, es gehört jetzt mir –
ich hab es nun, kämpfe wie ein wilder Stier.
Ich rede und ich spreche, hole kaum noch Luft –
beim Auditorium wird sie immer größer, die Zuhörerkluft.
Der eine Teil verdreht die Augen –
der weibliche Teil hat abgeschaltet, geistig ist er schon zuhaus beim Staubsaugen.
Doch das Wort es steht bei mir,
ich hab’s nun inne, doch die Kraft ist aus, müde ist der Stier.
Und mit einem Mal da erstummt der ganze Raum –
ich erwache aus meinem Quasseltraum.

Stefan Schwarz

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