Zurück zur Tradition – oder was die Druckausgabe vom Fränkischen Tag mit Butterhörnchen zu tun hat

Was mag wohl der Auslöser zum Kauf dieser Druckausgabe gewesen sein?

Im Normalfall lese ich ja viel online und Gedrucktes konsumiere ich hauptsächlich in Buchform, denn das Verfallsdatum einer Tageszeitung ist einfach zu kurz. Aber dennoch griff ich heute Morgen beim Bäcker zu. Warum?

Ich will es euch sagen, es war das kleine Foto mit dem Eiffelturm oben rechts, das mich spontan zum Kauf trieb, denn Paris ist, wie ihr sicher schon bemerkt habt, meine kleine heimliche Liebe. Eine Liebe, die mich gedankliche in eine schöne poetische Stimmung versetzt, eine Liebe, die mich geistig beflügelt, wenn ich an diese Stimmung in Paris denke, wenn ich an diese Menschen und an die Kunst und Architektur in Paris denke. Dieses Foto, meiner Liebe – Paris -, ist der »Eyecatcher« für den Beitrag »Wohnen in Paris: teuerster Mietmarkt Europas« auf Seite 32.

Wohnen in Paris, das hat doch wirklich Potential für mehr, für eine meiner Kurzgeschichten vielleicht?! Und erinnern wir uns doch mal an meinen »live aus Paris-Podcast« zurück! Jetzt ist meine Phantasie bereits voll am Arbeiten, ich denke an die Gassen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Eine Gasse, die man auch im alten London hätte vermuten können. Es fehlte nur noch der Nebel, um diese Illusion komplett erscheinen zu lassen. Und schon ist der Geist am erschaffen neuer Geschichten und die Bilder im Kopf werden bunt.

Mit diesen Gedanken lief ich dann heute Morgen mit der Zeitung unter dem Arm durch Bamberg und besann mich zurück. Ich dachte daran, als es noch kein Twitter und kein Facebook und auch keine Blogs gab,  als es noch Butterhörnchen gab und keine Croissants. Gut, das Croissant sollten wir jetzt vielleicht außen vor lassen, denn es hat eindeutig den Paris- und Frankreichbonus, wie gut waren doch die Butterhörnchen damals, als ich sie beim Bäcker Bauer in meiner Heimat noch kaufen konnte?! Das war damals Normalität und es war nichts Besonderes, vielmehr ‘dürstet’ einem damals nach einem Croissant, denn dann war man ein Mann oder eine Frau von Welt, man war »Hip« und die Brust schwoll an. Aber ganz ehrlich, heutzutage und etwas älter würde ich lieber einmal wieder ein gutes Butterhörnchen vom Bäcker Bauer aus meiner Heimat essen. Heute, gerade heute mit dieser aktuellen Zeitung, lese ich mal wieder wie früher; ich vergieße wie früher – natürlich unabsichtlich – Kaffee auf die Zeitung, verwische diesen dunkelbraunen Saft, der wieder viel zu rasch in das Papier eindringt, um sie noch schneller noch älter wirken zu lassen und denke daran, wie gut die Butterhörnchen schmeckten, wenn man sie in den lauwarmen Kaffee tunkte und dabei Zeitung las.

Stefan Schwarz