Wer hat etwas zu sagen?

Man spricht, aber hat man was zu sagen? Schon wieder blaue Tinte im Füller, er kratzt sich über das Blatt hinweg. Hat er etwas zu sagen, wirklich etwas zu sagen, oder verfällt er in ein starres, trotziges Schweigen, weil er sprechen möchte, aber nicht kann? Wer hat schon etwas zu sagen, wer hat eine Botschaft, die ausgesprochen werden will, ausgesprochen werden muss? Nicht, weil man es aus Profilierungssucht getrieben macht, nein, weil dich der innere Motor dazu veranlasst, dazu zwingt, es zu tun. Man spricht, wenn man spricht, vieles wird angedeutet, manches ins Lächerliche gezogen, wenn sich das Gegenüber überfordert wägt; Wer hat in dieser Zeit wirklich etwas zu sagen? Wo ist die Botschaft, die jeder wissen muss, bevor die Dinge offensichtlich werden und somit fixiert sind? Wieder kratzt sich der Füller mit der blauen Tinte über das Blatt und die Feder versagt an vielen Stellen ihren Dienst und will keine Tinte zu Papier bringen – es frustriert, das Werkzeug streikt. An die alten Überlieferungen wird nicht mehr geglaubt, neue Ikonen werden angebetet, sie leiten hinweg, weg von den alten Wegen, die doch so deutlich waren – in der Vergangenheit – so ist es, in diesen technisch hochgerüsteten Zeiten, doch so schwer die alte Spur zu finden. Die Feder kratzt sich über das Blatt, wer hat wirklich etwas zu sagen? Wer, ja wer nur? Die goldene Drei lässt hoffen. Vernetzt und dennoch einsam, die Spur verloren. Blaue Tinte kratzt sich über das alte Blatt. Leise beginnt die Stimme zu sprechen, ruhig wird es umher, um die Wort zu vernehmen, auf die schon lange gewartet wurde. Sie sind unter uns, nehmt euch ihre Worte zu Herzen.

SaC