Bücher, die ich lese – Wer als Meister ward geboren… von Bruno Kern

Wer als Meister ward geboren – Briefe und Schriften von Richard Wagner. Der Herr Wagner begleitet mich nun wirklich schon sehr lange und mit keiner Person aus der Vergangenheit habe ich mich intensiver und zeitaufwändiger auseinandergesetzt als mit ihm. Er schrieb nicht nur lange Opern, er schrieb auch lange Briefe und das in einer Anzahl, wo ich mich schon fragen möchte, woher er nur die ganze Zeit nahm? Denn eine Oper dichtet sich nicht so mir nix dir nix, das brauch alles seine Zeit; aber Wagner war ein Arbeitstier, er schrieb und schrieb, er las sehr viel, seine Bibliothek zur damaligen Zeit war durchaus stattlich und sein Geist war groß und all diese Aspekte kommen in den hier zusammengetragenen Texten und Briefen zum Tragen. Wer Wagner verstehen möchte, der braucht Zeit und einen langen Atem – aber die Reise loht sich. So bekommt man hier sehr viel mit, wie er Zeitgenossen sah, wie sie miteinander kommunizierten und an manchen Stellen muss man einfach schmunzeln. 1813 in Leipzig geboren, 1883 in Venedig gestorben, dazwischen lagen viele Briefe, zahlreiche Opern, Freud und sehr viel Leid und die ständige Sorge um Geld und ums Überleben. Wenn ich mir eins von Richard abschauen möchte, dann seinen eisernen Willen sein Ziel zu erreichen. Trotz all der Sorgen und Nöte hat er seine Opern gedichtet, vollendet und uns hinterlassen. Die Briefe sind Zeitzeugnisse eines großen Geistes der deutschen Geschichte. (Ste Sch)