Gedanken über die Zeit der Gegenwart

„Das Recht auf Meinungsfreiheit verteidigt Meinungen. Und im Sinne dieses Rechtes gibt es keine richtigen und keine falschen Meinungen.“

Wie tolerant sind wir – noch? Wir als einzelner Mensch u. wir als Gesellschaft? Sind wir denn noch in der Lage andere Meinungen zu tolerieren oder können wir nur das tolerieren, was unserer eigenen Sichtweise u. Meinung entspricht? Können wir und sind wir noch in der Lage den Dialog zu suchen, zu fördern u. vor allem auch auszuhalten?

Ich glaube, wir leben in einer Zeit, in einer kritischen Zeit, in der schrittweise rote Linien des guten Miteinanders immer mehr verschoben werden.

Wer ist jetzt hier gefragt und gefordert? Wie kann dies wieder auf ein normales Niveau – das uns allen zweifelsohne guttun würde – zurückgesetzt werden? Ich glaube, dass wir alle gefragt u. gefordert sind; klar zu sein u. uns stets selbst zu fragen, wie tolerant wir sind. Unser Bundespräsident sprach in seiner Neujahrsrede von: „…dass wir mit mehr Respekt miteinander umgehen, einander zuhören und aufeinander Rücksicht nehmen…“ – dies ist nichts anderes als mehr Toleranz zu praktizieren. Aber auch die Toleranz hat Grenzen, denn Toleranz bedeutet nicht, dass es einen Freifahrtschein für alles und jeden gibt; Toleranz bedeutet auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen u. an andere zu denken. Toleranz heißt auch, dass man andere nicht täuscht, Toleranz bedeutet ehrlich miteinander um zugehen. Ich würde mir so viel wünschen, aber die Zeiten sind nicht einfach u. ein freies Wort ist schwer, denn es wirkt nachhaltig. Menschen sind oft von der eigenen Situation so sehr gefordert, oft überfordert, dass kaum Spielraum bleibt, um sich mit gesellschaftlichen Problematiken zu befassen. Das Mittel sich selbst zu hinterfragen u. sich selbst kritisch zu beobachten, kann hier oft eine Hilfe sein bei der Korrektur der eigenen Sichtweise u. der eigenen Meinung – sogar bei der eigenen Situation – aber dies erfordert Bewegung; eine aktive Handlung, kein passives Erdulden. Wer sich den höheren Werten, wie Toleranz und Ehrlichkeit unterordnet, aktiv daran arbeit u. sich dessen auch bewußt ist, der wird aus meiner festen Überzeugung heraus, letztendlich immer einen guten Weg gehen u. wer sich selbst verändert, der verändert auch die Gesellschaft.

SaC