Text – Montagmorgen, Gedanken zum Joggen, ein ganz besonderes Erlebnis

Es ist wieder einer dieser ganz besonderen Montage, ein Montag der Ruhe, denn am vergangenen Wochenende hatte ich mal wirklich keine fixen Termine, keine Dates mit Freunden und Bekannten und das letzte Wochenende stand ganz auf Ruhekurs. Ich konnte machen, was ich wollte und war kein Sklave meiner Umstände, kein Sklave meiner Termine, ich war mal wieder frei. Freisein, das ist mir mehr als nur wichtig, ich muss im Kopf frei sein, Zwänge sind meiner inneren Wesensart nicht so ganz liebsam. Auf gut Deutsch, ich brauche immer etwas Abstand, um meinen persönlich notwendigen Freiheitsradius zu haben, der mir das kreative Leben, so wie ich es zwischenzeitlich benötige, ermöglicht. Wahrscheinlich liegt mir das Thema Qigong und die tägliche Meditation so gut, da ich in der Tiefe meines Herzens doch gern mal auch alleine bin, für mich bin, so wie die alten Taoisten in China, die in den Bergen einsam meditierten, die mit sich und mit der Natur, die mit sich und mit dem Kosmos im reinen waren. Aber genauso brauche ich auch Menschen um mich herum, Menschen und gute Gespräche, viel Lachen, viele Freunde, viel an Lustigsein, das gehört für mich auch dazu und ich genieße nette, freundliche Menschen in meinem Umfeld sehr, ich habe da auch eine ganze Menge von in meinem Freundes- und Bekanntenkreis – Gott sei Dank.
Heute an diesem Montag bin ich wieder mal so, wie ich es auch gerne mag, ganz früh aufgestanden, so um 5 Uhr. Die Welt war noch ruhig, der Mond erhellte die schneebedeckte Landschaft und ich fing an meine Meditationsübung zu üben. Bei Mondlicht in meiner Kreativwohung, in meiner Heimat, das war eine schöne, ruhige, harmonische Stimmung. Im Anschluss habe ich dann auch noch zwei von den vier Stehübungen geübt und heute morgen fühl ich mich wirklich ruhig, frei, geerdet und sehr entspannt, welch schönes inneres Gefühl. Ich habe jetzt Abstand zu den alltäglichen Dingen, sie sind zwar noch vorhanden, aber weniger belastend, man steht darüber, das ist auch der Faktor, den ich zu Beginn meiner Qigongzeit recht schnell bemerkte, man hat vieles um sich herum, aber es ist anderes, weiter weg und man selbst ist ruhiger, denn wer kennt sie nicht die Sorgen und Gedanken, die einem die “Birne” weichmachen, aber wenn ich geübt habe, dann ist das eine andere Welt, eine ruhigere Welt.

Einen Teil vom Wochenende habe ich in Kronach verbracht. Ich war in meinen Lieblingscafes und habe mich dort mit den beiden Damen Katja und Steffi gut unterhalten können. Beide sind mir zwischenzeitlich auch sehr ans Herz gewachsen, die beiden netten Cafebesitzerinnen aus Kronach. So ist halt Heimat, dort bin ich einer von ihnen und man spricht die gleiche Sprache, es war einfach schön. Bei Steffi im Cafe habe ich auch wieder als Cafehausschreiber ein paar Zeilen verfasst, was ich in letzer Zeit sehr gerne als Kreativventil nutze und direkt danach war ich noch in der Stadt unterwegs, in der Oberen Stadt, hoch droben auf der Festung und habe dort ein paar schöne Photos aufnehmen können und seit langer Zeit habe ich auch mal wieder ein Bild gemalt, zwar nicht das, was geplant war, aber so ist es nun mal mit der Kreativität, man sollte da auch etwas flexibel sein können.

In der Heimat ist für mich auch wieder vieles anders geworden und ich gehe jetzt wieder regelmäßig Joggen. Früher habe ich ja sehr viel Sport getrieben, war sehr gerne Laufen (Joggen), aber in Bonn hatte ich dazu einfach keine Lust und jetzt seit knapp acht Wochen in der Heimat hat sich auch wieder das Joggen bei mir eingestellt und ich genieße es wieder richtig meine Laufschuhe anzuziehen, um zu laufen. Joggen war für mich früher das Ventil, um meinen Kopf frei zu kriegen, jetzt sind diese alten Mechanismen auch wieder am Wirken, aber eigentlich betreibe ich es jetzt, da es Spaß macht, Spaß macht sich etwas zu bewegen. Gestern Nachmittag – Sonntagnachmittag – ging ich dann auch so gegen 15:30 Uhr laufen, diesmal eine neue Strecke, das war eine Stecke, die ich oft als Kind mit Freunden von damals zum Spiele nutzte, sie liegt abgeschieden in der Natur und direkt am Wasser, am Fluss Rodach (Rodach, da fällt mir jetzt eine Lyrik von mir ein, die könnt ihr ja mal lesen, sie beschreibt etwas von meiner Heimatliebe: http://www.stenorkunst.de/rodachrauschen-heimat-gedanken/) und als ich dort so schön am Laufen war setzte der Winter ein, ein richtiger Schneesturm fing an. Viele mögen das vielleicht nicht, aber ich fand das genial. Mein Körper war schon warm vom Laufen, daher spürte ich überhaupt keine Kälte, der Fluss lag still und ruhig neben mir und floss seiner geordneten Bahn, Schneeflocken, so groß wie 10 Centstücke rieselten leise, schräg fallend, zu Boden und ließen die eh schon leicht schneebedeckte Landschaft in ihrem Winterkleid erscheinen. Als ich da so mittendrin beim Joggen war, da hatte ich es wieder, dieses ganz spezielle Gefühl von früher, dieses Gefühl von angestrengter Entspanntheit, von innerer Gelassenheit und das mitten drin, mitten drin in der Heimat. Das war ein himmlisches Gefühl. Ich glaube, die Stecke werde ich jetzt häufiger mal laufen und das nächst mal nehme ich auch mein Handy mit, um Photos machen zu können, denn ich hätte euch jetzt gerne ein paar Photos von diesem mir sich darbietenden Anblick präsentiert. Aber leider war ich unbewaffnet, ohne Bratzenphone, ohne Camera. Somit hatte leider nur ich dieses Privileg dieses Naturschauspiel sehen und genießen zu dürfen.

Stenor aus Cranach denkt bei einem Cafe laut

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